Nutzerverhalten

 

Das Nutzerverhalten lässt in vielen Tourismusbetrieben zu wünschen übrig. Meist aus Unkenntnis über die Auswirkungen auf den Kühlenergiebedarf wird das eigene Verhalten nur selten hinterfragt. Bisher war es für Hoteliers schwierig zu konkreten Informationen über die Auswirkungen einzelner Verhaltensweisen zu gelangen. Die konkreten Einflüsse des Nutzerverhaltens wurden ebenfalls ins Excel-Kälte-Beratungstool integriert. Damit steht dem Berater bzw. Hotelier nun eine grobe Abschätzung in kompakter Form zur Verfügung.

 

1. Soll-Temperatur im Kühlraum

Die Innentemperaturen der Kühlbereiche werden bei der Definition der Kühlbereiche festgelegt. Sie sind abhängig von der eingelagerten Ware. Die relative Feuchte in den Räumen hat einen Einfluss auf die Qualität der gelagerten Waren. Eine niedrigere Temperatur im Betrieb führt zu höheren Wärmeverlusten und zu größerem Abkühlbedarf bei der eingelagerten Ware. Des Weiteren führt sie in den TK- und NK-Bereichen zu einer erhöhten Kondensat- bzw. Eismenge, die sich in einer höheren Abtauenergie widerspiegelt.

 

2. Verschmutzter oder/und vereister Verdampfer

Eisansatz oder Verschmutzungen am Verdampfer verringern den Wärmedurchgang (Kältemittel – Raum) und den Luftvolumenstrom über den Verdampfer. Beides bedingt eine niedrigeres Temperaturniveau im Verdampfer und eine verlängerte Verdichterlaufzeit.

 

3. Verschmutzter Verflüssiger

Speziell an den Verflüssigungseinheiten, die ungünstig zu warten sind (schlechte Zugänglichkeit) und in Innenbereichen aufgestellt sind, wird oft eine deutliche Verschmutzung des Luftweges am Verflüssigerteil festgestellt. Durch die Verlegung wird der Luftstrom über die Verflüssigerrohre behindert, die Temperaturdifferenz steigt an. In weiterer Folge hat dies ein Ansteigen der Verflüssigungstemperatur und eine Laufzeiterhöhung des Verdichters zur Folge.

 

4. Schlechte Dichtungen

Durch schlechte Dichtungen strömt Umgebungsluft in den Kühlbereich. Diese Luft wird auf die Raumlufttemperatur abgekühlt. Dabei wird nicht nur sensible Wärme, sondern auch latente Wärme abgeführt. Dies führt in weiterer Folge zu erhöhtem Eisanfall in den relevanten Bereichen, der abgetaut werden muss. Eventuell ergibt sich bereits im Bereich der undichten Stellen Kondensat und/oder Eis, das zu einer zusätzlichen Verschlechterung der Situation und zu einer weiteren Beschädigung führt. Darüber hinaus ist der Schaden durch Kondensat und mechanischer Beschädigung der Bauteile zu beachten. Die Unterschiede zwischen Kühlräumen und Kühlpulten sind aufgrund der geometrischen Verhältnisse gravierend.

 

5. Befüllen mit warmen Speisen und Getränken

Die Berechnung der Warenabkühlung im Kühlraum wird mit Standardwerten vorgenommen. Dabei werden 16 kg/(m³d), bezogen auf das Nettovolumen des Kühlraumes, für die Beschickung angenommen. Wichtig in diesem Zusammenhang ist die Einbringtemperatur im Verhältnis zur Lagertemperatur. Für die Kühlraumberechnung wird eine Einbringtemperaturdifferenz von 6 K als Differenz Warentemperatur - Lagertemperatur angenommen. Wenn die Lagertemperaturen bei -18/+2/+6°C liegen, werden für die Standardberechnung als Warentemperatur angenommen: -12/+8/+12°C. Bei der Abkühlung vor der Erstarrung ist eine höhere Energiemenge erforderlich als bei der Abkühlung bereits gefrorener Produkte. Die Art des Produktes hat ebenfalls Einfluss auf die erforderliche Energie. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, in TK-Bereiche bereits gefrorene Produkte anzuliefern. Als Empfehlung kann man gefrorene Produkte rechtzeitig vom TK-Raum in den NK-Raum umlagern, womit die Auftauenergie genützt wird.

 

6. Beleuchtung dauernd eingeschaltet

Die Beleuchtung wirkt sich zweifach auf den Energiebedarf aus. Einerseits durch den direkten Stromverbrauch, andererseits muss die in den Kühlraum eingebrachte elektrische Energie (Wärme) über den Verdampfer wieder abgeführt werden.

 

Die unabhängige Plattform zum Thema "Kälte".

Tipp: Nutzerverhalten

Schulen Sie ihr Mitarbeiter einmal jährlich zum energiesparenden Umgang mit den Kühlgeräten.