Wärmedämmung

 

Im Bereich der Wärmedämmung von Kühlräumen wurden in den letzten Jahren zwar Fortschritte sichtbar, dennoch hinken die Verbesserung deutlich den technischen Möglichkeiten hinterher. Die Dämmstärken sind aus heutiger Sicht deutlich zu gering und wirtschaftlich suboptimal.

Allgemeine Erläuterungen

Ein dem Passivhausstandard bei Gebäuden äquivalenter Dämm-Standard bei Kühlräumen fehlt derzeit noch. Die durchschnittlichen Dämmstärken betragen derzeit für Tiefkühler ca.80-120 mm (meist Polyurethan - Lambda 0,025 W/mK). Dies entspricht einem U-Wert über 0,27 W/m²K. Durch die höhere Temperaturdifferenz und die längere Nutzungszeit ergibt sich daher ein vielfacher Wärmeverlust pro m² Kühlzellenwand gegenüber einer Außenwand (U-Wert maximal 0,15 W/m²K) eines Passivhauses. Vergleicht man die Wärme- bzw. Kälteverluste von 1 m² PH-Wand mit 1 m² Wand eines Tiefkühlers so ergeben sich folgende Verhältnisse:

 

Tabelle: Annahmen und Variationen für die Berechnung der Energieverluste (Transmission)

 

Wand
PH-Haus

Wand Normalkühler/
Pluskühler

Wand
Tiefkühlzelle

-Wert der Wand

max. 0,15 W/m²K

ca. 0,32
(75 mm PU)

ca. 0,24 W/m²K
(100 mm PU)

durchschnittliche Temperaturdifferenz

ca. 17°C

16°C bis  20°C

ca. 38°C

Einsatzdauer

Winterhalbjahr
ca. 205 Tage

Jahr abzüglich
 Betriebsferien
335 Tage

Gesamtes Jahr
365 Tage

Heizgradtage bzw.
Kühlgradtage

3.500 HGT

5.360 bis  6.700 KGT

13.870 KGT

Faktor Einsatzbedingungen

1

1,5 – 1,9

4

Wärme- bzw. Kälteverlust pro m² Wandfäche

ca. 12,6 kWh/m²a

ca. 41 – 51 kWh/m²a

ca. 79 kWh/m²a

Faktor Verluste

1

3,2 - 4,0

6,2

 

Man sieht daraus, dass die Tiefkühlzelle mit 13.870 Kühlgradtagen (365 Tage mit einer Temperaturdifferenz von 38°C) gegenüber der Gebäudewand mit ca. 3.500 Heizgradtagen (205 Tage mit einer Temperaturdifferenz von 17°C) die fast 4fach strengeren Einsatzbedingungen hat. Durch die gegenüber dem PH-Standard von Gebäuden meist doppelt so hohen U-Werte der Tiefkühlzellenwand kommt es dazu, dass die Tiefkühlwand ca. 6 mal mehr Kälte verliert, als die PH-Wand eines Gebäudes an Wärme. Wenn man zudem bedenkt, dass es wesentlich aufwändiger ist Kälte als Wärme bereitzustellen, ist dieser Umstand noch bemerkenswerter.

 

Aus energetischer Sicht wären daher deutlich höhere Dämmstärken bei den Kühlzellen notwendig. Sie müssten zumindest im Bereich einer PH-Wand liegen. Aufgrund der 1,5 bis 4 mal ungünstigeren Randbedingungen eigentlich noch deutlich besser. Beispielsweise würden 200 mm Polyurethandämmung einer noch praktikable Mindestdämmstärke für Kühlräume entsprechen (das bedeutet: U-Wert kleiner 0,125 W/m²K).

 

Mit der heute schon verfügbaren Vakuumdämmtechnologie wäre ein äquivalenter Dämmstandard aber auch mit deutlich geringen Wandstärken verfügbar. So entsprechen 3 cm Vakuumdämmung ebenfalls einem U-Wert von unter 0,125 W/m²K. Zielwert für die Wärmedämmung von Kühlräumen sollte eigentlich ein U-Wert unter 0,1 W/m²K sein. Genaugenommen wäre eine Tiefkühlzellenwand erst bei einem U-Wert unter 0,04 W/m²K der Wand des Passivhausstandards von Gebäuden äquivalent.

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Tipp: Wärmedämmung

Dämmen sie Tiefkühler mit zumindest 16 cm und Plus- bzw. Normalkühler mit zumindest 12 cm Dämmstoff.