Wärmerückgewinnung

 

Wärmerückgewinnungen sind bei den Kälteanlagen im Tourismus bisher eher die Ausnahme, und werden, wenn vorhanden, vorwiegend zur Warmwasserbereitung verwendet. Dass eine Wärmerückgewinnung nicht nur Abfallenergie nutzbar macht, sondern meist auch die Arbeitsbedingungen für die Kältemaschinen deutlich verbessert, wird oft übersehen. Die Raumtemperaturen im Bereich der Luftverflüssiger verbessern sich meist deutlich, wenn der Hauptteil der Wärme in das Warmwasser o.ä. abgegeben wird. Und jede Absenkung der Lufttemperatur im Bereich des Verflüssigers um 1°C bedeutet eine Stromersparnis von 1,5 bis 3 %. Das energetische und wirtschaftliche Potenzial für die Wärmerückgewinnung setzt sich daher aus der zurückgewonnenen Energie und dem geringeren Strombedarf aufgrund der verbesserten Umgebungstemperaturen bei dem im Gebäude installierten Luft-Verflüssiger zusammen.

 

 

Allgemeine Erläuterungen:

 

Die Verflüssigungsenergie wird derzeit üblicherweise mit Wasser oder Luft ohne weitere Nutzung abgeführt. Hier besteht die Möglichkeit relativ einfach Energie auszukoppeln. Die Druckgasleitung nach dem Verdichter wird in einen Wärmetauscher geführt und dabei Wärme entzogen. Diese Energie wird für die Warmwasservorheizung oder zur Temperierung von Niedertemperaturheizflächen verwendet. Auf die Hygienerichtlinien (Legionellen) ist zu achten. Es kann im Wärmerückgewinnungskondensator zur vollständigen Verflüssigung kommen. Nachdem es aber nicht immer sichergestellt werden kann, dass Wärme benötigt wird bzw. das gesamte Kältemittel verflüssigt wird, ist ein weiterer (Luft-)Verflüssiger nachgeschaltet.

Das Druckgas hat nach dem Verdichter eine deutlich höhere Temperatur als es der Verflüssigungstemperatur entspricht. Die Energie, die vom thermodynamisch überhitzten Gebiet bis zum Einsetzen der Verflüssigung anfällt, ist die Enthitzungsenergie, die ca. 20 % der gesamten Verflüssigungsenergie ausmacht. Damit kann ein Enthitzer in die Druckgasleitung eingebaut werden, mit dem die Enthitzungsenergie ausgekoppelt wird. Die Folge ist eine höhere Temperatur (je nach Kältemittel unterschiedlich), die allerdings nur den oben beschriebenen Anteil von 20 % an der Gesamtenergie ausmacht. Bei großen Anlagen zahlt es sich daher eventuell aus, die Wärmerückgewinnung in 2 Stufen durchzuführen, um das höhere Temperaturniveau des Enthitzungsteils getrennt zu nutzen.

 

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Tipp: Wärmerückgewinnung

Eine Wärmerückgewinnung gehört zu jeder größeren Anlage.